Ich habe ein Gedicht gelesen, es stammte wohl von einem alten Chinesen.

Es stand in einem sehr alten Buch, und war wohl mehr, ein kleiner Versuch.

Und dennoch es war wunderschön, drum möchte ich, dass es alle sehn.

 

Es handelt von Menschen und von Tieren, von Umgang und von Manieren.

Er schrieb es wohl vor 100 Jahren, als die Menschen „Herrscher" waren.

Zerstörten sie schon damals Leben, konnten nichts ihren Mitmenschen geben.

Heute ist es noch genauso schlimm und auch wir kriegen es nicht besser hin.

Schaut euch um, schaut ganz genau; reicht jemand die Hand, der alten Frau?

 

Setzt kleine Tiere unter den Tannenbaum, die eure Kinder bis Ostern beschauen.

Dann plant ihr Urlaub in fremden Ländern, ihr müsst schnell das mit dem Haustier ändern.

Der kleine Hund, nun sitzt er groß und traurig hinter Gittern; das Kätzchen in einem kalten Raum am Zittern.

Beide verstehen die Welt nicht mehr, sie liebten euch doch wirklich sehr.

 

Ohne einen Gedanken an ihn zu verschwenden, könnt ihr den Blick vom Obdachlosen vor der Kirche abwenden.

Dass er ein Mensch mit Schicksal ist, ist euch egal; dass er mal da war wo ihr seid, geht euch im Gedanken viel zu weit.

 

Doch morgen unterm Tannenbaum, da gilt es Geschenke zu bestaunen.

Keiner denkt dann mehr daran, was ein jeder für den anderen tun kann.

 

Ich weiß, ich mache es nicht besser, aber mit meinem kleinen Gedicht, gebe ich dem alten Chinesen vielleicht ein Gesicht.

Ach so, ich habe euch immer noch nicht gesagt, was der alte Chinese in sein Buch geschrieben hat.

Er bat Gott in seinem kleinen Gedicht, dass den Menschen soll scheinen ein helles Licht.

Das Licht soll dann für Wärme sorgen. Dem Obdachlosen einen Mantel borgen.

Kätzchen und Hund ein Leben lang zu lieben, was wir auf das tausendfache von ihnen zurück kriegen.

 

Und was ist mit der alten Frau von nebenan? Hat sie euch je etwas getan?

Ihr wisst seit Jahren ist sie allein. Wollt ihr jemals so einsam sein?

Nun frage ich euch ein letztes Mal, was ist denn schon so groß dabei?

Stellt einfach einen Stuhl mehr auf, essen, trinken und viel lachen, halt einfach nur jemanden glücklich machen.

Glaubt ihr nicht, es könnte sein, das alles könnte damals der Chinese meinen?

Für mich ist es das, das helle Licht und deshalb schrieb ich dies Gedicht.

K.Johannsen, Dez. 2011