01.03.2010 - Johnny an Aaron:
 
Hallo Aaron,

na Du bist ja Einer, 'ne Mietze zum Frühstück... tztztz... das macht man doch nicht, die sind gut zum kuscheln, das hab ich hier schnell gelernt.

Erst war mir das ja unheimlich, wenn der weisse Wuschel Nikodemus so an mich ran kam und sein Köpfchen an mir rieb, aber jetzt finde ich das schon ganz toll. Also... Du mußt ganz lieb und ruhig sein mit der Krümel, dann klappt das auch. Frauchen sagt, wir Jungs sind da viel besser als die Mädels, hm das hat sie gesagt, also :-))

Ich bin übrigens Littel John und wenn ich weiter so futtere, sagt Frauchen, wird Bruder Tack aus mir. Keine Ahnung, was sie damit meint?

Wegen dem Problem von Deiner Freundin Lissy, sollten Deine Mama und mein Frauchen mal telefonieren glaube ich. Frauchen sagt, kommt ja drauf an, warum sie manchmal etwas "undicht" ist.

Ich werde von Frauchen gerade ein wenig betüddelt, weil ich mir gestern den Fuss verknaxt hab. Hm... gefällt mir, wenn ich so extra geknuddelt werde und so weisse Kügelchen hab ich auch bekommen. Frauchen sagt, das hilft und siehe da... heute geht es mir schon viel besser. Auch bei unserer alten Dame Momo gibt sie sone Kügelchen und scheint auch da zu helfen, auch wenn sie sagt... "ein junger Hüpfer wird nicht mehr aus Dir, meine Mo".

So lieber Aaron, nun muß ich mal sehen, daß ich noch was extra bekomme grins littel John auf dem Weg zu Bruder Tack hahaha, wenn's schön macht, lach.

Liebe Grüße an Dein Rudel von John , Abi, Momo und natürlich von Frauchen

 
26.02.2010 - Aaron an Johnny:
 
Meine Güte, Johnny,

wir haben ja schon Ewigkeiten nichts mehr von einander gehört. Jaaa, Mama hat mir erzählt, dass Du ein ganz neues Zuhause bekommen hast. Und ich hab auch Deine Bilder und Berichte auf der Website gesehen. Richtig toll hast Du das. Aber ich bin gar nicht neidisch. Ich gönn es Dir, denn ich hab auch ein Glück mit meiner Mama und mit meinem Papa. Ach ja – und Du bist ja jetzt Big John! Der Große Junge – schön!

Du weißt ja, dass mein restliches Hunderudel letztes Jahr gestorben ist. Und dass ich dann ein Weihnachtsgeschenk von meinen Menschen bekommen hab: die Lissy. – Sie lässt dich übrigens schön grüßen.

Aber gerade wegen der Lissy muß ich jetzt mal mit Dir reden: Wir vertragen uns jetzt super toll, sie ist ein echt toller Kumpel für mich und ich hab sie echt lieb. ABER: Jetzt bekommt sie immer zum Frühstück etwas, was ich nicht bekomme: Kürbiskerne. Ich bekomm immer nur ein bisschen und sie bekommt viel. Mama sagt, dass sei Medizin für Lissy. Weißt Du, die Lissy ist nämlich seit ein paar Tagen hier und da mal „undicht“. Dabei schämt sie sich gar nicht. Sie hat dann einfach auf dem Platz, wo sie gelegen hat, eine nasse Stelle. Ich finde das richtig doof. Denn dann mag ich mich nicht mehr auf Ihr Plätzchen schleichen.

Kannst Du mal mit Deiner Mama reden, ob sie etwas besseres weiß als Kürbiskerne?

Und hast Du eigentlich die Bilder und Geschichten von Lissy gelesen? Ja? Gut, dann weißt Du ja auch, dass wir einen neuen „Kumpel“ hier haben. Den Krümel! Nein – DIE Krümel!

Stell Dir nur vor, ich darf die nicht ausbellen! Das fällt mir schon richtig schwer. Kennst Du solche Tiere auch: ääähm , ich mag das gar nicht aussprechen: Katzen?

Ich finde, das ist eine echte Zumutung, die mir da aufgetischt wurde. Apropos aufgetischt: Die hol ich mir noch mal bei Gelegenheit – das Frühstückshäppchen! Würdest Du doch sicher auch tun, oder? Zumal die immer frecher wird. Jetzt kommt sie schon die halbe Treppe runter und steht da und maunzt – gerade so als hätte sie keine Angst vor mir. Ist doch eine Frechheit!

Naja, also das wärs erstmal. Wenn Du Zeit hast, kannst Du ja auch mal antworten. Ich würde gerne Deine Meinung hören zu meinen beiden „Problemzonen“ – so sagt Mama nämlich zu meinem Verhalten – vor allem der Krümel gegenüber... grins

Alles Gute für Dich und Dein Rudel

Dein Aaron

 
10.12.2008 - Jonny an Aaron:

Lieber Aaron,
 
erst mal herzlichen Dank für Deinen lieben Brief. Na klar erinnere ich mich an Dich, Du warst der lauteste von Allen, stimmts?
 
Ich war an dem Tag bei Euch ganz schön durcheinander. Wollte ja nicht mal fressen, obwohl Maria extra für mich gekocht hatte. Aber es war beruhigend für mich Euch alle zu hören und etwas plaudern zu können. Hat mich etwas abgelenkt.
 
Und Dich wollten Deine ehemaligen Menschen auch nicht mehr haben? Ich verstehe diese Zweibeiner nicht. Erst sagen sie, sie lieben uns über alles und im nächsten Moment wollen sie uns nur noch so schnell wie möglich los werden. Wissen die denn nicht, dass wir auch eine Seele haben? Ich hab die ersten Tage noch ganz schön getrauert.
 
Aber Du hast recht, ich werde jetzt nur noch nach vorne schauen. Sagen Missy und Balu nämlich auch, die waren ja auch mal Wegwerf-Hunde. Und gerade die Missy hatte auch nicht mehr geglaubt, mal ein eigenes Zuhause zu bekommen. Der hatte man ja auch den Stempel bissiger Hund aufgedrückt und dafür saß sie dann geschlagene 5 Jahre im Tierheim. Pflegefrauchen und Herrchen können darüber nur noch lachen und nennen sie manchmal aus Spaß, wenn sie auf der Couch ganz erbärmlich schnarcht, ihre reißende Bestie. Frag mal Deinen Papa wie sie ihn begrüßt hat. Fast tot geknutscht hat sie ihn. Warum beurteilen denn die Menschen immer nur eine Momentaufnahme und fragen sich nicht, warum wir so reagiert haben? Gut, nicht alle sind so, dass lerne ich ja gerade.
 
Hier macht mir das Leben nämlich wieder richtig Spaß. Wir machen jeden Tag lange Spaziergänge und weißt Du was? Balu und Missy müssen oft an die Leine, aber ich, ich darf immer ohne laufen. Hier gibt es nämlich überall so komische Viecher mit Stöcken auf den Köpfen und wenn Balu und Missy die sehen, macht es ein lautes Zisch und ihre Festplatte stürzt ab. Dann rennen die wie die Bekloppten los und hören und sehen nichts mehr. Mich lassen diese Viecher völlig kalt und das Pflegefrauchen sagt dann immer, so einen Blödsinn soll ich mir gar nicht abgucken. Aber eins macht mich doch sehr stutzig? Die Beiden sind doch über doppelt so alt wie ich, aber die können viel besser rennen und springen als ich. Pflegefrauchen gibt mir jetzt immer so ein grünes Pulver, das ist Rennpuder für mich, sagt sie, soll mir helfen Muckies aufzubauen und mein Immunsystem stärken. Aber warum gibt sie mir das denn ins Futter und streut es nicht einfach auf meine Pfoten? Ich will endlich auch so schnell rennen wie Missy und Balu. Ich weiß, ich werde schon wieder ungeduldig, ich muss halt schön trainieren, dann wird es schon werden.
 
So ich werd mich jetzt mal noch ne Runde durch kraulen lassen und dann mal sehen, was der Tag heute so bringt.
 
Grüß mir Deine ganze Familie und einen dicken Kuss an Deine Mama und Papa.
 
Dein Jonny

 

07.12.2008 - Aaron an Jonny:

Lieber Jonny,

ich finde das ganz toll und für meine Mama ist es sehr beruhigend, dass Du dich in Deiner Pflegestelle so gut eingefunden hast. Es ist schön, dass Deine Pflegefamilie Dich so lieb aufgenommen hat und Dir Ruhe gibt, so dass Du dich erholen kannst.

Aber ich muss mich erst mal vorstellen, glaube ich, obwohl Du ja mit mir schon ein Plauderstündchen gehabt hast, als Du bei Maria und Gerald Zuhause warst. Ich bin der Jüngste im Rudel hier. Vor ziemlich genau einem Jahr bin ich hier auch bei meiner neuen Mama und meinem Papa angekommen. Mir war auch nicht klar, warum ich bei meinen vorherigen Leuten weg gemusst habe.

Ich sag Dir was: Ich denke gar nicht mehr zurück, so sehr hab ich mich hier in meinem Zuhause mit den drei anderen Neufis eingewöhnt. Papa sagt, ich hätte eine tolle Bindung zu meinem Rudel aufgebaut. Und meine Menschen sind sehr, sehr stolz auf mich. Und das macht mich froh. Ich versuche daher auch alles, um meiner Mama und meinem Papa alles recht zu machen. Ich renne sogar nicht mehr hinter der Nachbarskatze her – ehrlich!

Weil ich es so gut hier bei Mama und Papa getroffen habe, weiß ich, dass Du auch eine Mama und einen Papa haben wirst, die Dich ganz dolle lieb haben und die Dich „mein Bub“ und „Schatzi“ und „großer Junge“ nennen werden. Ich weiß nämlich, dass meine Mama und die Christa ganz genau gucken werden, dass Du solche lieben Menschen findest. Sei darum bitte nicht zu traurig - mach es wie ich: Denke am Besten gar nicht mehr an die Vergangenheit, sondern freu Dich auf das Leben, das noch vor Dir liegt.

Übrigens kannst Du ruhig mit geschwellter Brust herumlaufen: Meine Mama und mein Papa sagen immer, sie wären froh und glücklich gewesen, wenn wir Vier hier von Anfang an so gut gefolgt hätten wie Du, Jonny. Naja, ist schon etwas frustrierend für mich, Dich als gutes Beispiel hingestellt zu bekommen. Vor allem Radja macht dann immer ein langes Gesicht. Du weißt ja, der hat den Papa dreimal gebissen, bis er gemerkt hat, dass menschliche Nähe nix Bedrohliches sein muss. Aber Mama und Papa haben das verstanden und ihm Zeit gelassen. Und jetzt ist mein Kumpel Radja der beste „Therapiehund“, wenn traurige Menschen zu uns kommen. Aber das ist ein anderes Thema!

He, Jonny, lass dich nicht unterkriegen und bleib so ein feiner Kerl!

Dein Aaron